Erinnerungshütte

2083m

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Unsere Erinnerungshütte ist eine kleine Selbstversorgerhütte auf der Wetterstein-Südseite kurz oberhalb des Scharnitzjochs. Sie ist ein idealer Stützpunkt für die anspruchsvollen Kletterrouten an den Südwanden von Scharnitzspitze und Schüsselkarspitze.
Die Hütte liegt direkt auf dem Weg zur Gehrenspitze (Beschilderung). Bis zur Wangscharte, die zwischen Scharnitz- und Schüsselkarspitze liegt, geht man ca. 30 min.
Google Maps


Hüttenschlüssel

Der Hüttenschlüssel wird nur und ausschließlich an AAVM'ler ausgehändigt. Die Rückgabe des Schlüssels muss sofort nach Beendigung des Hüttenbesuchs erfolgen. Die Abrechnung der Hüttengebühren erfolgt bei Schlüsselrückgabe.
Schlüsselausgabe nur gegen Vereinsausweis mit gültiger Marke bei:

  • Sebastian Krojer (Hüttenwart)
  • Kathrin Schrebe
  • Stephanie Noll
  • Josef Roll
  • Bernhard Tillmann
  • Monika Melcher
  • Wolfgang Sinnwell
  • Karl Schrag


Hüttengebühren


Mitglieder Kinder* Gäste
Übernachtung Euro 5,- Euro 4,- Euro 8,-
Heizöl / Liter Euro 2,- Euro 2,- Euro 3,-
*bis einschließlich dem vollendeten 16. Lebensjahr

Durch die Hütte entstehen unserem kleinen Verein trotz viel ehrenamtlichen Engagement auch erhebliche Kosten für Instandhaltung, Versicherung, Weggebühr und Verbrauchsmaterial in Höhe von umgerechnet etwa 20 € pro Übernachtung. Der Verein erhebt daher entsprechende Gebühren, zusätzliche Spenden sind erwünscht.
Die Summe wird vom jeweils anwesenden Vereinsmitglied eingesammelt und unaufgefordert dem Verein überwiesen.


Hüttenbesuch

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Bei Hüttenbesuchen bitte immer den Hüttenwart (Sebastian Krojer) benachrichtigen und diesem eventuelle Schäden melden.
sebastian

Die Hütte ist für 10 Personen komplett mit Matratzen, Decken, Möbel und Geschirr etc. ausgerüstet. Mitzubringen sind also lediglich die Lebensmittel sowie ein Hüttenschlafsack.

Trinkwasser muss geholt und gefiltert werden. Das in der Wassertonne gespeicherte Regenwasser sollte nur zum Abspülen und Saubermachen verwendet werden. Die nächstliegenden Wasserstellen sind ca. 10 - 20 Minuten unterhalb der Hütte:

  1. Am Weg von der Wangalm zum Scharnitzjoch, dort wo der Weg vom Wanggrund nach rechts in den Westhang des Scharnitzjoches einbiegt.
  2. Am Weg, der an den Hängen der Schüsselkarspitze von Puitental zum Scharnitzjoch entlang führt (1. Rinne vom Scharnitzjoch nach Osten).
Jeder Hüttenbesucher ist verpflichtet, Hütte und Inventar peinlich sauber und in Ordnung zu halten. Er haftet dem Verein gegenüber für Schäden, die durch ihn oder seine Gäste entstanden sind.
Abfälle sind von jedem Hüttenbesucher wieder mit ins Tal zu nehmen.

Achtung:
Bei Gewitter besteht auch in der Hütte hohe Blitzschlaggefahr!
Der Hüttenbesuch erfolgt ausnahmslos auf eigene Gefahr, weder Verein noch Vorstand oder Hüttenwart haften für entstandene Schäden oder Unfälle. Die Hütte hat Biwak bzw. Notunterkunfts-Charakter, es handelt sich nicht um eine (bewirtschaftete) Schutzhütte nach Alpenvereins-Standard. Schäden für Leib und Leben sind nicht auszuschließen. Die Nutzung erfolgt daher eigenverantwortlich.


Routen nahe der Hütte

Sanierung Scharnitz-/Schüsselkarspitze Südwand
Die Sanierung der klassischen Routen an der Schüsselkarspitze und an der Scharnitzspitze wurde im Sommer 1997 abgeschlossen.

Schüsselkarspitze
  1. Siemens-Wolf IV-
  2. Erdenkäufer-Sigl VI+, A1
  3. Jörg-Simon VI-, A1
  4. Knapp-Köchler VI, A1 oder VII
  5. Direkte Südwand (Aschenbrenner-Rainer) mit Pfeilerrissen VI-, A0 oder VII (Standplätze gegenüber der klassischen Routenführung z.T. verändert)
  6. Bayerischer Traum VI+, A1
  7. Südostwand VI-, A1
  8. Locker vom Hocker (nur Standplätze!)
Abseilpiste: Über die Südverschneidung (50-Meter Seil!!!)


Scharnitzspitze
  1. Spitzenstätterführe VI, A1
  2. Hannemann V,A0
  3. Leberle IV
  4. Schmidhuber-Kamin VI-, A0
Anlass waren die schlechten Haken (klar!) und vorangegangene zaghafte und unprofessionelle Sanierungsversuche. Gesponsort wurde die Aktion mit Bohrhaken, Klebepatronen und Bohrmaschinen vom ÖAV, durchgefuehrt von Heinz Zak, Bernhard Hangl und Peter Janschek in Absprache mit der örtlichen Bergrettung.


Achtung:
Alle Seillängen bzw. Standplätze und Abseilstellen wurden bei der Sanierung für die Verwendung von 50m-Seilen konzipiert. Ferner wird unbedingt empfohlen, ein kleines Klemmgeräte- und Klemmkeilsortiment mitzuführen, da die Haken nun zwar besser sind, aber nicht mehr so zahlreich stecken.


Neuerschließungen: Hinterrheintalschrofen

In den letzten Jahren haben vor allem Michael Saumweber, Uwe Koblitz, Andi Dick und Bernd Eberle einige neue Routen am leicht abseits gelegenen Hinterrheintalschrofen erschlossen. Über die Qualität der Routen gibt es divergierende Meinungen, ein guter Helm ist aber durchaus empfehlenswert. Die Haken sind zwar alle gebohrt, zusätzliches Absicherungsmaterial wird aber bei weniger nervenstarken Zeitgenossen angeraten.

Einen ausführliche Übersicht der Routen findet Ihr im
Alpinkletterführer Wetterstein Süd
Schüsselkar - Zugspitze - Mieminger Kette - inkl. Klettergärten
von Karlheinz Grübler, Bernhard Hangl, Albert Neuner
3. Auflage 2016, Panico Alpinverlag.


Geschichte der Erinnerungshütte


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Die Hütte wurde errichtet zum Gedenken an die gefallenen Kameraden des AAVM im ersten Weltkrieg. Gestiftet wurde deren Bau maßgeblich von der Familie Schlagintweit, deren Sohn im ersten Weltkrieg gefallen war. Die Vorverhandlungen fanden ab 1918 statt, die Platzsuche wurden angeführt von H.Pfann vom AAVM (Baufachmann, Polytechnikumschef und Bergsteiger) und unterstützt von der Weidengenossenschaft Telfs.
Ein wichtiger Faktor war sicherlich auch die Tatsache, dass der AAVM die erst 1900 eingeweihte und mit 2131m höchstgelegene Hütte der Allgäuer Alpen "Herrmann von Barth Hütte" langfristig nicht mehr bewirtschaften konnte und ein Verkauf an die Sektion Düsseldorf bereits abzusehen war. Eine kleinere Hütte sollte das rege Vereinsleben aufnehmen und was war da besser geeignet als die weithin bekannten Klettereien der Schüsselkar Südwand.

Hier ein Bild von der Eröffnungsfeier der Herrmann von Barth Hütte am 16.08.1900 | Hüttenwebsite

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1920 Gemeinde Telfs überlässt schenkungsweise dem AAVM 70m² Baugrund für eine Hütte
(Leutasch, Hausnummer 5) mit Latrine und Quellennutzungsrecht.
Im Gegenzug verpflichtet sich der Verein sich an der Instandhaltung der Wege zu beteiligen.
Der AAVM errichtet die kleine Hütte auf dem von der Weidegenossenschaft zugewiesenen Platz
oberhalb des Scharnitzjochs.
Die Einweihung findet statt am 10.Oktober.1920

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1921-1945 Leider keine Aufzeichnungen mehr aus den Kriegswirren oder davor
1945 AAVM ist nicht mehr Sektion des DAV. Sämtliche Hütten aus deutschem Besitz gehen in Österreichisches Eigentum über, ebenfalls die Erinnerungshütte.
1952 Die Hütte wurde bei Kriegsende völlig ausgeplündert und erlitt im Laufe der Jahre erhebliche bauliche Schäden
1956 Das österreichische Finanzministerium ordnet die Rückgabe von 143 deutschen Hütten
in Österreich an. Die Erinnerungshütte geht wieder in den Besitz des AAVM über.
1957 Hütte ist in schlechtem Zustand durch wiederholte Einbrüche
und Diebstahl/Verfeuerung von Inventar;
Hüttenwart ist Walter Berleb
1958 Aufgrund wiederholter Zerstörungen Sperrung der Hütte für Nichtvereinsmitglieder
(vorher AV-Schloß). Hüttenschlüssel wird dem Östereichischen Bergrettungsdienst
für Notfälle übergeben.
1959 Umfassende Renovierung:
Ölofen und neuer Kamin installiert, Dachrinnen und Tonne wurde aufgestellt,
neuer Petroliumkocher, neue Petroliumlampe, neuer Schrank, neue Vorhänge,
Apotheke eingerichtet, Wandflächen verschalt, Regale angebracht, neue Tischplatte

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1962 Leutascher Bergwacht kündigt von sich aus die Zusammenarbeit an Hütte auf,
da wiederholt angefragt wurde die Hütte für private Zwecke zu nutzen
und die Vorstandschaft es Leid war sich dieser nicht vereinbarten Nutzung entgegenzustellen.
1963 Einbruch durch Bergnot amerikanischer Soldaten, neue Abstellregale im Schlaflager,
Reparatur Wassertonnen
1965 Hüttenboden neu
1966 Neuer Herd, neue Gaslampe
1967 Sockel und Bodenlager erneuert, Balken und Verschalung neu und in Umgebung eingeebnet
1968 Schlaflager neu vom Schreiner, neue Matratzen
1969 Einbruchschäden wurden vom Schreiner behoben
1970 Blitzschlag konnte gelöscht werden da AAVMler vor Ort,
Folgeschäden am Dachstuhl repariert
1973 Neue Heizölkanister, neue Plüschdecken
1974 Einbruch mit Schäden an Tür und Fensterläden
1976 Einbruch durch Unbekannte, Schäden an Fenstern und Türe;
Hüttenwart Tillmann
1982 Hüttenwart Wolfgang Sinnwell
1983 Aluleiter für Außenarbeiten, Überholung Bronzetafel
1990 Blitzeinschlag im August, Erneuerung der Schindeln Westseite und Abdichten mit Dachpappe
1994 Neue Gaslampe – alte defekt, Sturm deckt 1m² Dach ab
1995 Streichen der Fenster und Türen
1998 Neuer Putz am Mauersockel, da Balken freilagen
1999 Renovierung Einstiegsstufen
2000 Sturmschaden, Dach fliegt durch Orkan Lothar weg
2001 Neue Regentonne – alte durchrostet
2002 Bergwacht Leutasch bittet um Anbau an Erihütte, nach gemeinsamen Verhandlungen (Position des AAVM: Übergabe des Hüttenschlüssels für Notfälle, Aufstellen einer Bergrettungskiste) wird der Plan verworfen.
2003 kleinerer Sturmschaden am Dachfirst
2004 Aufschüttung NW-Ecke wg. Erosion
2005 Renovierung Tür
2006 Neue Gaslampe, Druckminderer und Schläuche, neuer Feuerlöscher
2007 kleinerer Windschaden am Dach und Schornstein
2008 neue Schornsteinabdeckung
2011 Verkleidung marode Tür mit Blechen
2012 Mäusespuren, Fallen erfolgreich aufgestellt
2014 Teleskop, Holzkisten und Wasserkanister
2015 Neue Milchkanne und Filter für Trinkwasser
2016 Schindeln, Fußabstreifer, Holzkisten und kleinere Renovierungsarbeiten;
Neuer Hüttenwart Sebastian Krojer
2017 Neue Leiter, Streicharbeiten Fenster und Türe
2018 Umrüstung von Gaslampe auf LED-Lampe, dazu Anbringung eines Solarpanels;
neue Dichtung Fenster


Orkan Lothar
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Das ”Hüttenjahr” begann mit einem Hammer: der Hütte war im Winter ihres nordseitigen Dachstuhls beraubt worden. Vermutlich durch den Orkan an Weihnachten 1999. Festgestellt habe ich das, als ich die Regentonne Anfang Mai wieder aufstellen wollte. Das Dach war bis zu 300 m weit in das Puittal hinabgetragen worden. Die Hütte innen triefend nass...

Kurze Chronologie des Sturmschadens:

26.12.1999 Der "Jahrhundertorkan" hinterlässt in Westeuropa eine Schneise der Verwüstung.
Auch die Erihütte ist betroffen.
14.05.2000 Entdeckung des Sturmschadens
17.05.2000 Angebotsaufforderung Zimmerer Kluckner
18.05.2000 notdürftige Verpackung des Dachstuhls, um weiteren Wassereintrag zu begrenzen.
31.05.2000 Auftrag an den Zimmerer
27.06.2000 Reparatur durch den Zimmerer mit Hubschraubermaterialtransport.
01.07.2000 Inbetriebnahme der Hütte mit Anklettern
Die Reparaturarbeiten erleichterte der Schlüssel für die Forststraße, der uns von der Gemeinde Leutasch zur Verfügung gestellt wurde.

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